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Bad Schmiedeberg OT Reinharz

Schloss und Schlosspark Reinharz

Das Dorf Reinharz, umgeben von Laub- und Nadelwäldern, vier Kilometer westlich von Bad Schmiedeberg gelegen, befindet sich mitten im Naturpark Dübener Heide. Weithin sichtbar ist der 68 Meter hohe Turm des Wasserschlosses zu Reinharz. Der Schlosspark mit dem Brauhausteich sowie seltenen und alten Bäumen bildet den Übergang zu den Wiesen, Wäldern und Mühlen in der Landschaft. Bereits im Jahre 1486 erwarb der Ritter Heinrich Löser zu Pretzsch die Erbgerichtsbarkeit für das Gebiet um Reinharz. Die schweren finanziellen Verluste als Folge des 30-jährigen Krieges zwangen die Lösers, das Schloss in Pretzsch zu verkaufen. Der Ort Reinharz und die umliegenden Ländereien blieben jedoch Eigentum der Familie und wurden 1666 ein eigenständiges Rittergut. Das alte Herrenhaus in Reinharz war allerdings nicht standesgemäß, um die Fürsten und Kurfürsten während ihrer häufigen Jagden in der Dübener Heide würdig zu beherbergen. Daher ließ Heinrich von Löser (1665-1705) von 1690 bis 1701 das schöne Barockschloss in Reinharz erbauen.

Heinrich von Löser, kursächsischer Erbmarschall, ließ zwischen 1690 und 1701 ein repräsentatives Wasserschloss mit barockem Park, Schloss- und Brauhausteich anlegen, um die Adligen während der Jagd in der Dübener Heide angemessen zu beherbergen. Bei dem dreigeschossigen, hufeisenförmigen Bau orientierte sich Löser an der Jahresaufteilung: die Fassade gliederten 365 Fenster, im Schloss befanden sich 52 Türen und 12 Säle. Der 68 Meter hohe Turm wurde im 18. Jahrhundert als Sternwarte genutzt. In der mechanisch-optischen Werkstatt entstanden wertvolle, wissenschaftliche Geräte, u.a. Fernrohre, Spiegelteleskope und Sonnenuhren, 15 davon sind im Mathematisch-Physikalischen Salon des Dresdner Zwingers ausgestellt.

Die Vollendung der formal gestalteten Gartenanlage erfolgte vermutlich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts unter der Regie Hans von Lösers. 1837 wurde das Schloss inklusive Wirtschaftsgebäude und Park an die bürgerliche Familie Hertwig verkauft, die den Park nach 1850 landschaftlich umformen ließ. Das nördliche Broderieparterre mit dem streng axialen Wegesystem wurde aufgelöst. Zudem wurde eine zusammenhängende Wiesenfläche, die "Schlosswiese", mit vielen, teils seltenen Einzelbäumen und Baumgruppen angelegt, die heute den markanten Altbaumbestand prägen. Im südlichen Parkabschnitt blieb das Hauptwegesystem weitgehend erhalten.
Zwischen 1947 und 1990 wurden Schloss und Park als Kuranlage genutzt. Seit 1998 befindet sich die Anlage in Privateigentum und wird schrittweise wiederhergestellt.


Sehenswert

Reinharz Pretzsch Bergwitzsee Irrgarten

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